Advent 2025 – Zeit für Rückblick & Visionen: Advent kann so viel mehr sein als Glühwein, Kerzenschein und Weihnachtsmärkte – nämlich eine bewusste Zeit der Reflexion und Orientierung. Wer sein Mindset stärken und seine Resilienz trainieren will, kann die Wochen am Jahresende bewusst nutzen, um Visionen und Werte für das private und berufliche Leben zu entwickeln.
Denn nur konkrete Ziele geben uns Kraft und Orientierung und helfen, den Fokus konstruktiv auf die Zukunft zu richten. Ein Lieblingsmotto von mir, das ich auch gern meinen jugendlichen Kursteilnehmern mitgebe:
„Wenn du nicht weißt, welchen Hafen du ansteuern willst, kann kein Wind günstig sein.“
Sollten Sie sich noch nicht ganz darüber im Klaren sein, was Sie im nächsten Jahr erreichen wollen oder wer Sie sein möchten – dann ist jetzt der perfekte Zeitpunkt für eine innere Inventur und Visionsarbeit.
Den Advent als Korridorzeit für Innenschau nützen
Die Zeit vor der Wintersonnenwende hat in Europa seit Jahrtausenden eine besondere kulturelle und psychologische Bedeutung. Sie markiert den Korridor durch die kürzesten und dunkelsten Tage des Jahres – eine Phase, die Menschen traditionell für Reflexion, Vorbereitung und rituelle Praktiken nutzten. In der christlichen Tradition diente diese Zeit der inneren Vorbereitung (spirituell) und der äußeren Vorbereitung (das Haus putzen und schmücken, Speisen vorbereiten) auf das Weihnachtsfest. Für vorchristliche Kulturen waren die Wochen vor der Wintersonnenwende oft mit kultischen Handlungen wie Orakel, Räuchern und Lichter-Ritualen, aber auch mit ganz praktischen Abläufen wie Inventuren und Reinigungsarbeiten auf ihren landwirtschaftlichen Höfen verknüpft.
Sperrnächte – Rückschau und Bestandsaufnahme
Denn in den 12 Sperrnächten vom 8./9. bis zum 20./21. Dezember endete früher das bäuerliche Arbeitsjahr: Geräte wurden nach einem langen Arbeitsjahr gereinigt und weggeräumt, nicht beheizte Räume geputzt und bis zum Frühling versperrt.
Diese Tradition unserer Vorfahren lässt sich auch in unserer Zeit wunderbar für eine innere Bestandsaufnahme nutzen:
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Was ist heuer gut gelaufen?
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Was möchte ich dagegen im alten Jahr zurücklassen?
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Welche Erfahrungen und Erkenntnisse nehme ich mit ins neue Jahr?
Fragen Sie sich ehrlich: Bin ich zufrieden mit dem Fluss meines Lebens oder spüre ich, dass Veränderungen nötig sind?
Raunächte – Visionen für das neue Jahr entwickeln
Die 12 Raunächte vom 24./25. Dezember bis zum 4./5. Jänner bieten im Anschluss die ideale Gelegenheit, Ziele und Visionen für das kommende Jahr zu entwickeln.
Jede dieser Nächte steht symbolisch für einen Monat im neuen Jahr: Die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember entspricht dem Januar 2026, die Nacht vom 25. auf den 26. Dezember dem Februar 2026 und so weiter. Traditionell wurden die Träume in diesen Nächten als Hinweise oder Prognosen für die kommenden Monate gedeutet – sie können Inspiration für persönliche Ziele, Wünsche und Entwicklungen liefern und helfen, innere Impulse für das neue Jahr zu erkennen.
Die Zeit der Raunächte eignet sich daher perfekt, um zu überlegen:
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Welche Ziele möchte ich erreichen?
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Welche Gewohnheiten und Eigenschaften muss ich entwickeln, um sie zu verwirklichen?
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Wie kann ich meine Zwischenziele gestalten und mich bei Erfolgen belohnen?
Dabei ist es besonders wertvoll, sich realistische und erreichbare Ziele zu setzen – so vermeiden Sie Frustration und entgehen dem Gefühl der Überforderung. Indem Sie große Vorhaben in überschaubare Etappen unterteilen, stärken Sie nicht nur Ihre Resilienz, sondern schaffen sich auch die Möglichkeit, den gesamten Prozess bewusst wahrzunehmen und jeden kleinen Fortschritt zu feiern.
Advent als Einstimmung – voller Energie ins neue Jahr
Nutzen Sie diese einzigartige Zeit zwischen dem Alten und dem Neuen Jahr bewusst, um innere Klarheit zu gewinnen, persönliche Visionen zu entwickeln und kraftvoll in das kommende Jahr zu starten. Ein stimmungsvoller Advent bietet die ideale Gelegenheit, innezuhalten, Bilanz zu ziehen und sich auf mutige Entscheidungen sowie frische Perspektiven einzulassen. Betrachten Sie diese Wochen als Einstimmung auf Veränderungen, die Sie schon lange anstreben und als innere Vorbereitung auf ein bewusst gelebtes neues Jahr.
Hilfreich kann dabei auch ein schönes Journaling-Buch sein. Das regelmäßige Aufschreiben von Gedanken, Zielen und Visionen unterstützt nicht nur deren Verankerung in unserem Gedächtnis, sondern mobilisiert auch unser Unterbewusstsein. Indem Sie Ihre inneren Impulse notieren und damit für sich sichtbar machen, schaffen Sie eine konkrete Grundlage, um Ihre Vorhaben bewusst umzusetzen und die eigene Entwicklung Schritt für Schritt zu fördern.
Ich wünsche Ihnen einen kraftvollen, reflektierten und inspirierenden Advent!
Herzlichst, Ihre Franziska Koberwein
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